2017-09-04-vergleich

Was unterscheidet ReMoD von einfachen Haltungstrainern, die ich im Internet kaufen kann?

Haltungstrainer gibt es schon lange. Berühmt ist beispielsweise der Besenstiel am Rücken. Heute wird er oft ersetzt durch Gurtsysteme oder taktile Systeme. Hemiparesepatienten haben jedoch oft das Problem, dass auch ihr Gleichgewichtssinn gestört ist und herkömmliche Haltungstrainer für sie nicht nutzbar sind oder nicht ausreichen.

In der nebenstehenden Liste finden Sie einen Überblick über Systeme zur Haltungskontrolle im Vergleich mit ReMoD.

 

Wo kann ich das Gerät benutzen?

Benutzen Sie die Geräte von ReMoD am besten, wenn Sie gehen oder sitzen. Benutzen Sie ReMoD  aber nicht beim Fahren oder bei anderen Tätigkeiten, die Ihre Aufmerksamkeit erfordern. Die elektrischen Impulse lenken Sie ab. Auch Tätigkeiten im Garten oder Haus wie Wäscheaufhängen oder Fensterputzen sind nicht zum Training geeignet. Diese Arbeiten erfordern eine unnatürliche Arbeitshaltung. Unsere Geräte würden diese als Haltungsfehler erkennen und Ihnen unnötige Impulse senden.

Wenn Sie Feuchtigkeit ausgesetzt sind, sollten Sie auf ein Training mit unserem Haltungstrainer verzichten.
Idealerweise legen Sie die Geräte an beim Spazierengehen oder in der Freizeit.

 

Wie oft soll ich das Gerät benutzen?
Sie können das Gerät so lange und so kurz tragen, wie Sie wollen. Nach den bisherigen, allerdings noch nicht ausreichend wissenschaftlich gesicherten Erfahrungen empfiehlt es sich, täglich 30 bis 60 Minuten zu trainieren. Testen Sie selber aus, wie lange es für Sie angenehm und ohne Nebenwirkung ist.  Bei längerer Anwendung reagieren einige Menschen mit Hautreizungen im Bereich der Elektroden.

 

Mein Mann hat eine seitliche Schiefhaltung – „Pisasyndrom“ -, die ihm große Schmerzen bereitet. In der Therapie arbeitet er intensiv daran, sich aufzurichten, weiß aber nie so ganz genau, ob er schief oder gerade ist. Es passiert, dass er mich fragt, ob er gerade sei, was dann meistens nicht der Fall ist. Ich wüsste gerne, ob diese „Laufhilfe“ meinem Mann helfen kann.
Wenn Sie eine Schiefhaltung auf Grund des Pisasyndroms haben, kann Sie unser ReMoD auf Basis bisheriger, allerdings noch nicht ausreichend wissenschaftlich gesicherter Erfahrungen höchstwahrscheinlich beim Gehen unterstützen. Das Gerät wird Ihnen einen elektrischen Impuls senden, sobald Sie schief stehen oder gehen. Sie wissen also immer, wann Sie sich aufzurichten haben und wann Sie gerade stehen oder gehen.
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Therapeuten, ob er das Gerät in Ihrem speziellen Fall für angebracht hält.

 

Wenn ich nicht auf meine Haltung achte, gehe ich gebeugt und merke es nicht einmal. Das sieht grauenhaft aus!
In einem solchen Fall könnte Ihnen unser ReMoD helfen. Sobald Sie die falsche Haltung einnehmen, wird Ihnen das Gerät eine Rückmeldung geben. Sie können sich dann selbstständig korrigieren.

 

Ich habe eine krumme Sitzhaltung. Die verursacht starke Rückenschmerzen. Kann ich mit ReMoD meine Sitzhaltung verbessern?
Ja. ReMoD kann Ihnen helfen, gerade zu sitzen. Legen Sie das Gerät an wenn Sie sitzen. Ein elektrischer Impuls macht Sie sofort darauf aufmerksam wenn Sie unbemerkt eine falsche Haltung einnehmen.

 

Ich habe eine Tochter mit einer schweren Skoliose und bin interessiert, ob ein Gerät von ReMoD eine Möglichkeit für sie wäre.
Mit Skoliose haben wir noch keine Erfahrungen sammeln können. Sofern der Patient nach Aufforderung selbstständig eine gerade Haltung einnehmen kann, könnte ReMoD ihm eine Hilfe sein. Anders als bei einem Korsett, das den Körper in einer starren Position fixiert, ist unser Gerät flexibel und fördert eine aktive Korrektur durch den Patienten. Ob dies zu einer Besserung der Skoliose führt, wissen wir jedoch nicht; hierzu müssten wir zunächst (teure) Studien durchführen. Sobald die Knochen zusammengewachsen sind, werden wir mit diesem Hilfsmittel aber nichts mehr ausrichten können.

 

Ich habe eine Wirbelsäulenverkrümmung. Kann mir Ihr Gerät helfen?
Gegen Ihre Wirbelsäulenverkrümmung können wir leider nicht helfen. Aber wenn Sie, aus welchem Grund auch immer, zu einer schlechten Haltung tendieren, könnte Ihnen unser ReMoD helfen. Sobald Sie die falsche Haltung einnehmen, wird er Ihnen ein Signal geben. Sie können sich dann selbstständig korrigieren. Sie können selbst einstellen, wie stark die Fehlhaltung sein muss, bei der Sie ein Signal erhalten.

 

Ich gehe mit geknickten Knien. Das ist sehr anstrengend und verursacht auch Schmerzen. Dadurch hängt auch meine Hüfte, und die Wirbelsäule ist schief.  Können Sie mir helfen?
Wir haben bereits einen ReMoD für die Beine in Entwicklung, der Ihnen einen elektrischen Impuls sendet und Sie so zur Korrektur veranlassen wird, wenn Sie das Bein nicht richtig durchdrücken oder die Hüfte einseitig hängt. Sie brauchen dann die Beinkomponente unseres Gerätes. Diese befindet sich noch in der Entwicklung.

 

Beim Gehen überstrecke ich das Knie. Das macht mir große Probleme.
Auch diesen Fall soll unsere zukünftige Beinkomponente des ReMoD beim Gehen unterstützen. Sie soll Ihnen einen elektrischen Impuls senden, sobald Sie das Knie überstrecken, und Sie damit zur Haltungskorrektur auffordern.

 

Meine Beine sind schwer zu koordinieren und ich habe Schwierigkeiten, die Füße regelmäßig voreinander zu setzen. Die Knie sind instabil. Können Sie mir helfen?
Auch den Fall, dass Sie das Bein in die falsche Richtung lenken, wollen wir mit der zukünftigen Beinkomponente unseres Gerätes ReMoD abdecken. Unser Biofeedbackgerät soll Ihnen einen elektrischen Impuls senden, wenn Sie das Bein in eine falsche Richtung lenken.

 

Beim Gehen hängt mein Fuß stark. Damit ich nicht über meinen eigenen Fuß stolpere, muss ich das Bein in einem großen Bogen um den Körper herum nach vorne setzen. Können Sie mir helfen?
Leider können wir Ihnen in diesem Fall nicht helfen. Das Gleiche gilt für den Spitzfuß. Aber es existieren bereits mehrere elektronische Hilfsmittel, die Ihnen das Gehen mit der Fußheberschwäche oder dem Spitzfuß erleichtern können.

 

Ich habe Schwierigkeiten, den Arm/die Hand zu bewegen. Kann mir ReMoD helfen?
Die Geräte von ReMoD wurden entwickelt, um das Gangbild zu verbessern. Bei einer Lähmung des Armes oder der Hand können wir Ihnen leider nicht helfen.

 

Durch eine Hirnblutung bin ich halbseitig gelähmt. Inzwischen wurde bei mir ein ActiGait-System für das Bein implantiert, was auch schon gute Ergebnisse erzielt hat. Leider ist aber meine Körperhaltung noch schlecht, und vor allem mein Arm zeigt keinerlei Fortschritt.
Der Gesetzgeber verbietet die Benutzung eines Elektrostimulanzgerätes in Verbindung mit einem aktiven Implantat wie zum Beispiel dem Actigait.

 

Ich bin die Mutter eines linksseitig gelähmten Kleinkindes (1,6 Jahre alt). Sie bekommt regelmäßig Physiotherapie. Ich mache mir Sorgen, wie die Zukunft für meine Tochter aussehen wird.
Aus unserer Sicht ist in diesem Alter Physiotherapie die beste Hilfe, die Sie Ihrem Kind anbieten können. Unsere Geräte können Ihrem Kind nicht helfen, solange es sich der Problematik der Hemiparese nicht bewusst geworden ist und die nötigen Bewegungen nicht selbst ausführen kann.
Unsere Geräte liefern dem halbseitig gelähmten Patienten notwendige Informationen für die Propriozeption. Das sind Informationen zur Wahrnehmung von Körperbewegung und –lage im Raum und deren Stellung zueinander.  Diese Informationen fehlen Hemiparesepatienten lähmungsbedingt. Sie sind jedoch unabdingbare Voraussetzung für das Gehen. Unsere Geräte verbessern die Haltung nicht aktiv, sondern fordern zu einer Korrektur aus eigener Kraft auf. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Patient weiß, dass
1. seine Bewegungen fehlerhaft sind und
2. die geforderte Bewegung auszuführen ist (hierzu kann ein besonderes Gehtraining erforderlich sein).
Wenn jemand bereits auf den Rollstuhl angewiesen ist und keine Restbewegungsfähigkeit mehr besitzt, so kann unser Gerät ihm zwar helfen, gerade zu sitzen, nicht jedoch zu gehen.

 

Mein Mann hat eine Hüft-Arthrose. Seine Haltung ist extrem verkrampft (Schultergürtel schief, Verdrehung der Längsachse, unsicherer Gang). Ihr Gerät macht uns Hoffnung, da es genau den Ansatz hat, seine Haltungs- und Bewegungsprobleme zu normalisieren.
Unser ReMoD hilft, Schmerzen zu vermeiden, die auf Grund einer Fehlhaltung des Körpers auftreten. Bei Ihrem Mann ist es umgekehrt: Auf Grund von Schmerzen hält er den Körper schräg. Es ist also eine Vermeidungshaltung. Bei einer Arthrose hat Ihr Mann auch Schmerzen, wenn er gerade geht. Diese Schmerzen kann unser Gerät leider nicht verhindern und damit auch nicht die Vermeidungshaltung.

 

 

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die elektronische Gehhilfe?
Die Krankenkasse übernimmt nur die Kosten für ein Medizinprodukt und dies in der Regel auch erst dann, wenn dieses ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen worden ist. Wir werden die Aufnahme ins Hilfsmittelverzeichnis beantragen, was für gewöhnlich lange dauern kann.
Bis dahin wird die Krankenkasse die Kosten für eines unserer Geräte nur in Ausnahmefällen tragen. In der Regel muss also der Patient das Gerät selber bezahlen.

 

Können alle Menschen dieses Gerät benutzen?
Wenn Sie ein aktives Implantat tragen, schwanger sind, an Epilepsie leiden oder eine Stromüberempfindlichkeit besitzen, sollten Sie  ReMoD nicht benutzen.
ReMoD liefert dem Patienten für das gerade Gehen notwendige Informationen zur Wahrnehmung von Körperbewegung und –lage im Raum. Das Gerät verbessert die Haltung nicht aktiv, sondern fordert den Patienten zu einer Haltungskorrektur aus eigener Kraft auf.

Wenn jemand also im Rollstuhl sitzt, kann ReMoD  ihm helfen, gerade zu sitzen, nicht aber helfen zu gehen. Unsere Geräte zwingen den Patienten zu nichts, sondern zeigen ihm durch elektrische Signale, was er tun sollte.

 

Kontraindikationen und Anwendungseinschränkungen:

  • Elektrostimulations- bzw. Elektrotherapiegeräte dürfen bei  Patienten mit aktiven Implantaten (z.B. Schrittmacher, Defibrillator) und metallischen Implantaten Elektrodenauflageareal nur nach Rückversicherung mit den Geräte-  und Implantatherstellern eingesetzt werden.
  • Sensibilitätsgestörte Haut, z.B. Z.n. Strahlentherapie,  Verbrennungen
  • Hautdefekte (Verletzungen, Ulzerationen) und akute Entzündungen der Haut und der Unterhaut im Elektrodenauflageareal
  • Der Geräteeinsatz ist auch kontraindiziert, wenn der Patient und/oder die ggf. erforderliche Hilfsperson nicht in der Lage ist/sind Risiko, Tragweite, Anwendungs- und Durchführungsprinzipien zu erkennen.
  • Bei Schwangerschaft sollte eine Anwendung nur nach Rückversicherung mit den Geräteherstellern und dem behandelnden Arzt/Gynäkologen erfolgen.

 

 

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