Die ReMoD UG (haftungsbeschränkt) ist ein Berliner StartUp aus dem Bereich Rehabilitationstechnik. Im Fokus steht eine neue Methode zur Haltungs- und Bewegungskontrolle.

Zielgruppe sind Menschen mit neurologisch bedingten Gehproblemen. Die besondere Aufmerksamkeit des Teams gilt den Hemiparesepatienten. Hemiparese ist eine halbseitige Lähmung, die überwiegend in Folge eines Schlaganfalls auftritt. Diese innovative Methode wurde 2010 vom Wissenschaftskomitee des ISPO Deutschland/Schweiz/Österreich nominiert für den Best-Paper-Preis in der Kategorie Wissenschaft. Gefördert wurde das Team ReMoD vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland und einem EXIST-Stipendium der Europäischen Union. ReMoD verfügt über eine 20-jährige Erfahrung im Umgang mit Hemiparese und arbeitet seit 10 Jahren erfolgreich mit einem Gerät zur Haltungs- und Bewegungskontrolle und einem darauf abgestimmten Bewegungstraining.

Vorgeschichte

dindia005Anstoß zur Entwicklung von ReMoD gab die Erkrankung des Teammitglieds Dindia Gutmann. In Folge eines Schlaganfalls ist Dindia Gutmann seit ihrer Geburt im Jahr 1990 halbseitig gelähmt und leidet an einer spastischen Hemiparese. Die lähmungsbedingte Immobilität führte zu verschiedensten Sekundärschäden, die ihrerseits weitere Mobilitätsprobleme verursachten und schließlich eine selbstständige Fortbewegung fast unmöglich machten. Die Tatsache, dass für diese Erkrankung keine langfristig wirksame Therapiemethode existierte, veranlassten Mutter und Tochter zur Entwicklung eines Gerätes zur Haltungs- und Bewegungskontrolle.

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von-taschenlampe-zum-minicomputer-beschnittenVon einer Taschenlampe zur professionellen Bewegungshilfe

Ohne technische Vorkenntnisse entwickelte Anna Vonnemann für ihre halbseitig gelähmte Tochter ein Gerät, mit dem diese wieder das Laufen lernte. 2005 entstand der erste Prototyp. Die mit dem Gerät erreichten Fortschritte führten zu beachtlichem Rückgang von Sekundärschäden. Unter anderem ging die Spastik stark zurück.

Zwischen 2008 bis 2013 wurde dieses Gerät in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin, Abteilung Medizintechnik, im Rahmen von verschiedenen Graduierungsarbeiten weiterentwickelt. Der Entwickler war zunächst Steven Herrschaft, der Betreuer Dr. Roßdeutscher. Im Sommer 2012 übernahm Andras Botos die Weiterentwicklung des bestehenden Gerätes, gefolgt von Tobias Brose im Jahr 2016.

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Preise und Auszeichnungen

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2013 erhielten Andras Botos und Dindia Gutmann vom Gründungsservice der TU-Berlin das ESF-Prototypenstipendium. Im Rahmen dieser Förderung entstand ein ausgereifter Prototyp. Ein Jahr später erhielt das Team ReMoD das EXIST Stipendium.

Anfang 2015 gewann das Team ReMoD den 1. Preis bei der ersten Stufe des Businessplan-Wettbewerbs Berlin/Brandenburg in der Kategorie Business Model Canvas. Auch in der zweiten Stufe des Wettbewerbs gelang es dem Team Platz 1 zu belegen, diesesmal in der Kategorie Businessplan.
2015 gewinnt ReMoD den 3. Platz im bundesweiten Businessplan Wettbewerb Medizintechnik.

2017 wurde das Projekt ReMoD gefördert im Rahmen des calls H2020 der Europäischen Union.
Seit 2017 wird das Startup außerdem durch die Investoren Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl gefördert.

2019 erhielt Anna Vonnemann den Zugabe Preis der Körber-Stiftung.

 Foto: Körber-Stiftung, Hamburg

 

Die Gründer

anna-175Anna Vonnemann ist die Ideengeberin. Sie ist Biologin und hat das Gerät ReMoD für ihre Tochter Dindia Gutmann entwickelt. Sie hat Biologie studiert und hat das Gerät ReMoD für ihre Tochter Dindia Gutmann entwickelt. Die erste und zweite Generation des Gerätes wurden von ihr gebaut. Parallel dazu entwickelte sie ein an das Gerät gebundene Trainingsverfahren.
Anna Vonnemann übernimmt die Geschäftsleitung und ist Patentinhaberin.

Anna Vonnemann Einblick in die wesentlichen Funktionsabläufe des Körpers. Anna Vonnemann hat am Wirtschaftförderungsinstitut  der Stadt Wien Marketing Management und Verkauf studiert. Sie übernimmt die Geschäftsführung.

Dindia Gutmann ist aufgrund eines Schlaganfalls von Geburt an halbseitig gelähmt. Die daraus resultierenden physischen und psychischen Probleme führten zur Entwicklung des Gerätes. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie das Trainingsverfahren und die dazugehörige Gehhilfe entwickelt. Im ständigen Selbstversuch, dem Dialog mit der Mutter und dem Bestreben, das Gerät optimal den Bedürfnissen eines gelähmten Menschen anzupassen, ist Dindia die zentrale Ideengeberin bei ReMoD. Dindia beendete im Sommersemester 2015 ihr Volkswirtschaftsstudium an der Humboldt Universität Berlin. Ihr Masterstudium in Betriebswirtschaft absolvierte sie 2016 an der Freien Universität in Amsterdam.

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An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei unseren Partnern für die großartige Unterstützung und zuverlässige Zusammenarbeit bedanken!

MADE IN GERMANY !   
Für Entwicklung, Produktion, Endfertigung sowie Sicherheits- und Qualitätskontrolle stehen uns seit Jahren tatkräftig und mit grenzenlosem Einsatz zur Seite:

  Brose Systeme GmbH, Berlin

          
Foto links und rechts: Torsten Brose, Dindia Gutmann und Anna Vonnemann

 

   Ingenier Büro Böhme, Berlin

 IMM electronics GmbH, Mittweida   (Zuständig für Bestückung)


Gehäusetechnik übernimmt das Ingenierbüro Ulf Briesenick, Luckenwalde.

 

Auch das gesamte Team der Trautmann Group aus Nauenhof bei Leipzig stand uns immer mit fachkräftigem Rat und großem Engagement zur Seite und ermöglichte uns in gemeinsamer Arbeit, die vielen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen für unser Produkt zu erfüllen und damit den Markteinstieg rechtskonform zu meistern.

Danke auch an die Firma Page-Tec. Das uns von ihnen bereitgestellte elektronische Qualitätsmanagementsystem (eQMS) hat uns sehr geholfen, in kurzer Zeit unsere Prozesse und all die vielen dokumentarischen Anforderungen unseres Unternehmens effektiv und strukturiert umzusetzen.

Foto: Das Team ReMoD bei Trautmann

Wir bedanken uns bei Dr. Roßdeutscher und Prof. Kraft von der Technischen Hochschule zu Berlin.
Mehr als zehn Jahre stand uns Herr Dr. Roßdeutscher jederzeit zur Verfügung wenn es um Fragen der technischen Umsetzung, Sicherheit und Lizensierung geht. Dr. Roßdeutscher überwachte unsere Entwicklungen und die Sicherheitsstandards unserer Geräte.
Herr Dr. Roßdeutscher lehrte an der TU Berlin im Bereich Medizintechnik. Er war leitender Oberingenieur und u.a. zuständig für Beratung und Gutachten zur von Behinderten mit elektronischen Hilfsmitteln sowie Betreuung von studentischen wissenschaftlichen Arbeiten.
Herr Prof. Kraft stand uns während der Zeit unserer EXIST-Förderung unermüdlich mit Rat und Tat als Mentor zur Verfügung.
Prof. Kraft ist Leiter des Fachgebietes Medizintechnik der TU Berlin.

Ohne unsere Investoren, Carsten Maschmeyer und Dagmar Wöhrl, wären wir nicht an der Stelle, an der wir heute sind. Über das große Vertrauen, das beide in uns setzen und ihren fachlichen Beistand freuen wir uns sehr.

 

Wir bedanken uns auch bei den vielen Unterstützern unserer Crowdfunding Kampagne. Ihre Hilfe hat uns zu dem Zeitpunkt entscheidend dabei geholfen und auch motiviert, weiterzumachen.

Also noch einmal an alle Partner: Danke für die intensive, informative und angenehme Zusammenarbeit. Wir freuen uns schon auf unsere gemeinsamen zukünftigen Projekte.

 
 
   call-h-2020