Als ursprüngliche Ursache für meine Gleichgewichtsstörungen wurde der Ausfall des Vestibular-Organs nach dreiwöchiger Anwendung von Gentamicin angesehen. Das Antibiotikum Gentamycin schädigt die Fimmerhärchen, das Sinnesepithel in den Bogengängen.

Ich konnte nach meiner Herzoperation nicht mehr Stehen und nur mit einem Rollator wenige Schritte laufen. Beim Mitfahren im m Auto schloss ich die Augen. Durch intensive Physio- und Ergotherapie lernte ich in ganz kleinen Schritten, mich ohne Rollator fortzubewegen. Ein Sesselrad war dabei besonders hilfreich. Ohne optische Fixierung einzelner Punkte beim Laufen, war es mir nicht möglich geradeaus noch im Kreis zu gehen. Heute kann ich ohne Rollator aufrecht, wenn auch in kleinen Schlangenlinien, geradeaus laufen.

Die Diagnose Vetibularisparoxysmie wurde bei mir bereits 2016 in der Schwindel Ambulanz In Sensheim von Dr. Schiffmann gestellt. Dabei kreuzt eine Schlinge der Aorta den Vestibularis-Nerv. Das könnte in Folge eines Blutdruckabfalls während der Herzoperation entstanden sein. In der Schwindelambulanz  wurde bereits ein Ausfall der Bogengänge weitestgehend ausgeschlossen. Neben einer bedenklichen medikamentösen Behandlung wurden mir vor allem Physio- und Ergotherapie empfohlen.

Jetzt drei Jahre später konnte ich das ReMoD-Gerät, das sich in der Erprobung für Hemiparese Patienten befindet, an mir selber erproben. Schon vom ersten Tag an, konnte ich deutlich besser geradeaus laufen. Es gelang mir plötzlich ohne optische Fixierung im Kreis zu laufen. Täglich wurden meine Laufergebnisse besser. Warum auch immer?

Bei dem ReMoD Gerät habe ich zweimal zwei Elektroden auf der Schulter. In einer am Oberkörper verschnallten Weste befinden sich zwei Sensoren, die mir Impulse auf die Schulter geben, wenn ich zur Seite schwanke. Wenn ich damit aufrecht und gerade laufe, merke ich nichts. Das Gerät trage ich täglich etwa eine Stunde am Morgen, bei der Ergo und bei der Physiotherapie. Es wirkt, wenn es nicht wirkt.

Ich trainiere täglich etwa eine Stunde mit dem ReMoD-Gerät und kann seitdem deutlich besser laufen. Kann mich beim Laufen unterhalten und problemlos im Kreis gehen. Allerdings bleiben zwischendurch kurze Pausen erforderlich, da für mich das normale Laufen immer noch das Anstrengendste ist. Im Dunkeln bleibt das Laufen weiterhin problematisch, was weiterhin  für eine deutliche Beteiligung der Augen spricht. Für mich hat das ReMoD-Gerät nach 2 Monaten Anwendung einen deutlichen Schub zur Verbesserung  der Lebensqualität gebracht.